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Feb
17
OXID eSales und Öffentlichkeitsarbeit
Gepostet von Immo W. Fietz am 17 February 2014 07:54 AM

OXID schafft es einfach nicht. Sie mühen sich ab, verkünden von Jahr zu Jahr bessere Zahlen, die Downloads sollen steigen und vieles mehr. Dennoch hat OXID ein Problem und das liegt zwischen den Ohren.

Nur selten kommentieren wir an dieser Stelle andere Nutzer oder Unternehmen. Beim Durchforsten unserer wochenendlichen Social Media Aktivitäten ist mir jedoch ein Tweed von Herrn Marco Steinhäuser aufgefallen, der seines Zeichens offenbar in welcher Art auch immer für die OXID eSales AG arbeitet. Er hat unseren Artikel "Auswahl des richtigen Shopsystems" mit "nonsens" kommentiert und so etwas ruft bei uns - im Gegensatz zur OXID eSales AG - sofort Eigenkritik auf den Plan. Haben wir etwas falsch gemacht? Ist der Artikel fehlerhaft? Die Qualitätssicherung springt an und prüft die vorliegenden Kritikpunkte.

Da ich heute Morgen bei bestem norddeutschen (fast) Frühlingswetter jedoch gute Laune habe, dachte ich mir, ich schreibe kurz einen kleinen Gegen-Tweed, da ich solchen Nonsens ungern einfach in den Weiten des Netzes liegen lasse, insbesondere dann, wenn die vorliegende Kritik herstellerseitig ist.

OXID hat ein Problem.

OXID hat ein massives Problem. Diese Probleme haben andere Shophersteller auch, bei OXID ist nun nur noch mal Anlass, darüber ausreichend zu sprechen.

Herr Steinhäuser ärgert sich sicherlich, dass OXID in unserem Artikel "Auswahl des richtigen Shopsystems" nicht wirklich erwähnt und empfohlen wird. Das hat einen Grund. OXID eSales wird damit jedoch gut leben können.

Nur zur Erkenntnis des Herrn Steinhäusers - als Fachmann müsste er es wissen - solche Artikel können niemals vollumfassend sein oder auch nur im Ansatz eine wirkliche Shopberatung ersetzen. Wir nutzen solche Artikel, für den Einstieg in eine komplexe Welt, die die meisten Nutzer nicht ausreichend kennen. Wir versuchen an den Punkten, die Erfolgsfaktoren für Online-Shops sind kurz anzusetzen und zum Nachdenken und Prüfen anzuregen. Mehr kann ein solcher Artikel nicht leisten.

Was man aber eher nicht tun sollte, ist den Multiplikator - die Agentur, die täglich hunderte von Endkunden-Kontakte zu Shopbetreibern und auch OXID-Nutzern hat - dumm öffentlich anzugreifen. Und genau da liegt das Problem von OXID eSales seit Jahren. OXID versteht den Endnutzer nicht und die Funktion des Multiplikators - der Agentur.

Warum ist OXID eSales jedoch nicht für den Shop-Einstieg zu empfehlen? 

OXID profitiert ganz massiv noch vom Lagerwettkampf zwischen xt:Commerce 3.04 und OXID im letzten Jahrzehnt. Beide Shopsysteme haben sich seit dem weiterentwickelt. Im Gegensatz zu xt:Commerce hat OXID jedoch es völlig versäumt, den Administrationsbereich auf ein neues Nutzungsniveau zu heben und den Nutzer "mitzunehmen".

OXID hat wie die xt:Commerce GmbH immer wieder die freie Version der Software zurückgezogen und dann wieder veröffentlicht. Das hat natürlich Gründe und der aufmerksame Nutzer kennt diese Gründe. Es geht um den Verbreitungsgrad und darum, von der community wirtschaftlich zu profitieren. Das ist der einzige Grund, warum solche Software im freien Download verfügbar ist. Es geht ums Geldverdienen.

Geldverdienen, sollte man meinen, fördert auch Innovation. Die bleibt bei OXID jedoch seit Jahren aus. 

OXID hat es völlig versäumt, die kleinen und mittleren Agenturen "mitzunehmen", die meist den Endkundensupport für die Shopbetreiber mit kleinen Installationen übernehmen. Eine freie Software allein, macht keine empfehlenswerte Software aus.

Mag sein, dass OXID "unter der Haube" viel zu bieten hat. In kleinen und kleinen bis mittleren Shopprojekten ist das jedoch nicht ausreichend.

Eine solche Software MUSS intuitiv bedienbar sein. Sie muss im administratorischen Ablauf nutzerfreundlich und selbsterklärend sein. Das ausgelieferte Standard-Template muss modernen grafischen Ansprüchen genügen und die Installation muss mit standardisierten linux/debian distributionen möglich sein.

Davon ist OXID eSales weit entfernt. Die Updates sind hackelig und bringen laufend Probleme. Auf einem Standard Linux-Server ist OXID ohne erweiterte Rechte (Stichwort create views) nicht wirklich lauffähig. Das Standard-Template wirkt wie aus alter Zeit, dabei ist es gar nicht alt. Und die Sprache im Administrationsbereich scheint deutsch zu sein, erkennbar ist dies in der Wortwahl jedoch nicht. Es liesst sich wie klingonisch für den Shopeinsteiger.

Der Wettbewerbsdruck ist hart.

OXID spart offenbar an allen Ecken und Enden. Vor ca. 2 Jahren hatte ich allein bezüglich des Templates und der Backend-GUI einen Kontakt zu OXID. Wir hätten gerne dort ein modernes grafisches Konzept vorgelegt, jedoch nicht als Pitch und schon gar nicht kostenlos. Meine kostenlose Kritik wurde damals von OXID angenommen und sicherlich auch verstanden. Getan hat sich nichts.

Dabei ist der Wettbewerb unter den Shopsystemen seit Jahren hart. Spätestens mit der Verbreitung von Magento und Shopware und der xt:Commerce 4.1 spürt OXID den Druck massiv. Insgesamt wächst der Markt jedoch im Bereich der Shopinstallationen kontinuierlich und man neigt dazu, Zahlen falsch zu interpretieren. Bei uns gehen jedoch die Alarmglocken frühzeitig an, wenn Shopbetreiber Ihre Shopssysteme von OXID eSales CE auf andere Shopsysteme wechseln wollen. Dieses Feedback fehlt OXID eSales offenbar.

OXID hat bei den kleinen Shop-Einstiegssystemen massiv gefühlt an Marktanteilen verloren. Und dieser Trend wird sich weiter fortsetzen, wenn der Hersteller nicht in professionelle Grafik und Nutzbarkeit investiert. Passiert dies, sprechen wir auch gerne wieder eine Empfehlung aus.


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